Glaubenswelten II

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Feindbilder

„Feindbilder“ ist, an Hand von Informationen über Aussagen des päpstlichen Lehramtes, eine Reflexion über den Zusammenhang bzw. die Ursachen der Missverständnisse zwischen der Kirche Roms und den Homosexuellen

(Zum besseren Verständnis sind, wo es mir nötig erschien, erklärende Worte in Klammern gesetzt.)

Haben Schwule wirklich unter der Katholischen Kirche zu leiden?

Und wenn ja, dann bitte wo?

Wo ist, im wörtlichsten Sinn, ein „handgreiflicher“ Beweis?

Oder brauchen mitunter Menschen dringend ein Feindbild, egal welches?

Wenn der Eindruck verbreitet wird, die Katholischen Kirche verfolge besonders heftig den Homosexuellen, müßen die folgenden Fragen erlaubt sein:

Worin besteht diese Verfolgung?

Worin ist denn eine Gefahr für den homosexuellen Menschen, für Leib und Leben zu sehen?

Wer kann ein Beispiel anführen, das so eine Behauptung stützt?

Oder ist vieles nur Schaumschlägerei, keifende Polemik ohne jede Sachkenntnis?

Wer kann eine Stelle im Evangelium anführen, in der Jesus konkret auf Homosexuelle Bezug nimmt?

Für die ganz Schlauen, unter meinen „Artgenossen“, nach dem  EVANGELIUM war gefragt, nicht nach dem Alten Testament und nicht nach den Kanonischen Briefen!

Wer liefert mir den Beweis eines päpstlichen Aufrufs Schwule zu verfolgen? Wer nennt mir ein Apostolisches Schreiben unseres Papstes Homosexuelle seien mit dem ANATHEMA zu belegen?

An dieser Stelle ein Auszug aus einer Erklärung der Glaubenskongregation:

(Aussagen der Kongregationen betreffen stets das päpstliche Lehramt und dokumentieren dasselbe in verbindlicher Form.)

KONGREGATION FÜR DIE GLAUBENSLEHRE

SCHREIBEN AN DIE BISCHÖFE DER KATHOLISCHEN KIRCHE ÜBER DIE SEELSORGE FÜR HOMOSEXUELLE PERSONEN

(Der folgende Artikel des Schreibens spricht ausschließlich gläubige homosexuelle Katholiken an.)

12. Was sollen demnach homosexuelle Personen tun, die dem Herrn folgen wollen? Grundsätzlich sind sie dazu aufgerufen, den Willen Gottes in ihrem Leben zu verwirklichen, indem sie alle Leiden und Schwierigkeiten, die sie aufgrund ihrer Lage zu tragen haben, mit dem Kreuzesopfer Christi vereinigen. Für den Glaubenden ist das Kreuz ein segenbringendes Opfer, weil aus jenem Tod Leben und Erlösung erstehen. Auch wenn jeder Aufruf, das Kreuz zu tragen oder das Leiden eines Christen in dieser Weise zu verstehen, voraussichtlich von einigen belächelt werden wird, sei daran erinnert, dass dies der Weg zur Erlösung für all jene ist, die Christus nachfolgen.

In Wirklichkeit ist dies nichts anderes als die Unterweisung, die der Apostel Paulus den Galatern vorlegt, wenn er sagt, dass der Geist im Leben der Gläubigen»Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung« hervorbringt, und dann fortfährt: »Ihr könnt nicht zu Christus gehören, wenn ihr nicht das Fleisch mit seinen Leidenschaften und Begierden gekreuzigt habt« (Gal 5, 22. 24).

Dieser Aufruf wird jedoch leicht missverstanden, wenn er als ein doch zweckloses Bemühen um Selbstverleugnung angesehen wird. Das Kreuz ist gewiss ein Ausdruck der Selbstverleugnung, die aber im Dienst des Willens Gottes steht, der aus dem Tod Leben erstehen lässt und der diejenigen, die ihm vertrauen, befähigt, den Weg der Tugend anstelle den des Lasters zu gehen.

 (Das Folgende kann man wohl als „Dienstanweisungen“ für die Bischöfe verstehen und ist vll. auch so gemeint, s.Anm.)

15.Ermutigung sollen jene Programme finden, in denen die genannten Gefahren (gemeint sind Isolation und Verfolgung) vermieden werden. Es muss jedoch Klarheit darüber bestehen, dass ein Abweichen von der Lehre der Kirche oder ein Schweigen über sie, welche auf diesem Weg pastorale Fürsorge anbieten möchte, weder Ausdruck echter Sorge noch gültige Pastorale sein kann. Nur das „Wahre“ kann letzten Endes auch pastoral sein.

Jeder aber, der die Position der Kirche missachtet, verhindert, dass homosexuelle Männer und Frauen jene Sorge erfahren, derer sie bedürfen und auf die sie ein Recht haben.

Ein echtes pastorales Programm wird homosexuelle Personen auf allen Ebenen ihres geistlichen Lebens fördern: durch die Sakramente, insbesondere durch den häufigen und ehrfürchtigen Empfang des Bußsakramentes, durch das Gebet, durch das Zeugnis, durch Beratung und individuelle Mitsorge. Auf solche Weise kann die ganze christliche Gemeinschaft ihre eigene Berufung erkennen, indem sie nämlich diesen ihren Brüdern und Schwestern beisteht, ohne sie zu enttäuschen oder sie in die Isolation zu treiben.

( pers. Anm. Die Bischofskonferenzen haben sich nicht einen Millimeter bewegt, von „mutig Zeugnis geben“ keine Spur. Keine Integrationsprogramme oder Projekte – nada, niente, nichts - demzufolge gibt es anscheinend keine Schwulen in den Bistümern des Erdkreises. Das Fazit solchen (Miss-) Verhaltens fließt dann nach Rom zurück und beeinflusst nicht unerheblich die Beurteilung der Lage vor Ort.) 

16. Von diesem reich gefächerten Ansatz aus lassen sich zahlreiche Vorteile gewinnen, nicht zuletzt bleibt die Feststellung, dass eine homosexuelle Person, wie jedes menschliche Wesen, dringend notwendig auf verschiedenen Ebenen gleichzeitig gefördert werden muss.

Die menschliche Person, die nach dem Abbild und Gleichnis Gottes geschaffen ist, kann nicht adäquat beschrieben werden, wenn man sie auf ihre geschlechtliche Ausrichtung eingrenzt. Jeder Mensch auf dieser Erde hat persönliche Probleme und Schwierigkeiten, aber auch Möglichkeiten zu wachsen, Fähigkeiten, Talente und eigene Gaben. Die Kirche bietet den gerade heute empfundenen dringend nötigen Zusammenhang für die Sorge um die Person des Menschen an, wenn sie sich weigert, eine Person ausschließlich als»heterosexuell« oder»homosexuell« einzustufen, und darauf besteht, dass jeder Person dieselbe fundamentale Identität zukommt: Geschöpf zu sein und durch die Gnade Kind Gottes, Erbe des ewigen Lebens.

17. Wenn diese Kongregation den Bischöfen diese Klarstellungen und pastoralen Orientierungen anbietet, möchte sie deren Bemühungen unterstützen, die darauf abzielen, dass die Lehre des Herrn und seiner Kirche über dieses wichtige Thema allen Gläubigen vollständig vermittelt wird.

Die Ortsbischöfe sind eingeladen, im Licht des hier Dargelegten die Notwendigkeit besonderer Eingriffe im Rahmen ihrer Kompetenz abzuwägen. Außerdem können sie, wenn sie es für nützlich halten, eine weiterreichende Aktion in Angriff nehmen, die auf der Ebene ihrer nationalen Bischofskonferenz koordiniert ist.

Insbesondere sollen die Bischöfe vordringlich die Entwicklung angemessener Seelsorgeformen für homosexuelle Personen mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln unterstützen. Dies kann die Mitarbeit der psychologischen, soziologischen und medizinischen Wissenschaften einschließen, wobei immer die volle Treue zur Lehre der Kirche festgehalten werden muss. ...“

(pers. Anm.: Auf gut deutsch heißt das: Es soll und muss geholfen werden, aber mit dem Hinweis: Wir klatschen nicht Beifall, aber es ist unsere Pflicht für euch da zu sein.) 

 

Soweit dieser Auszug als Wiedergabe der kirchlichen Position.

 

Papst Johannes Paul II. hat im Verlauf einer dem unterzeichneten Präfekten gewährten Audienz das vorliegende Schreiben, das in der Ordentlichen Versammlung dieser Kongregation beschlossen worden ist, gebilligt sowie dessen Veröffentlichung angeordnet.

Rom, am Sitz der Kongregation für die Glaubenslehre, den l. Oktober 1986.

JOSEPH Kardinal RATZINGER, Präfekt

ALBERTO BOVONE,Titularerzbischof von Cäsarea in Numidien, Sekretär

 

Mir ist natürlich bekannt, dass es immer noch Unstimmigkeiten und Missverständnisse in der Frage der Homosexualität gibt.

Da Rom aber eine Institution ist die der Mitarbeit aller ihrer Mitglieder bedarf, braucht uns, wenn diese Mitarbeit, gemeint ist die der Bischöfe, nicht gewährleistet ist eine aus Unkenntnis der Sachlage vor Ort getroffene Aussage, wie die letzte Erklärung zur „Homoehe“ nicht wundern.   

Aber wer meint gegen die Katholische Kirche angehen zu müssen, sollte das wenigstens auf einer vernünftigen Ebene tun, und nicht: REDEN WIE DER BLINDE VON DER FARBE!!! 

Und nun schauen wir einmal, wie die andere Seite mit dem Thema umgeht:

Freiheit

 

Die Freiheit des Einzelnen ist in ihrem eigentlichen und ursprünglichen Sinn allgemeines Grundrecht, das niemand in Frage stellen wird. 

Nun ist aber immer wieder festzustellen, und das in diversen Internetforen, mancher Zeitgenosse,  in der Freiheit zu sagen, was man denn nun für richtig hält,  alles darbietet, wessen der kritische Geist fähig ist oder fähig zu sein glaubt.

Das beginnt bei konstruktiv-sachlicher und berechtigter Kritik und endet bei unflätigen und verleumderischen Hetztiraden bar jeder Sachkenntnis gegenüber der Katholischen Kirche.

Wer immer an der römischen Kirche etwas auszusetzen hat findet in den Medien und im Internet seinen „Areopag“, und sein, dem Indifferentismus herzlich zugeneigtes Publikum dazu.

Augenfällig ist der Hang einiger Kritiker sich ständig mit konstruierten Fällen hervorzutun und darin der Weisheit letzten Schrei zu proklamieren.

Im bunten Reigen der Meinungen wird der Frage nachgegangen: Wer darf was mit wem, und Wenn, dann wo und wie...

In immer neuen Runden wird, ohne scheinbar darüber nachgedacht zu haben wie lächerlich das Ganze auf Dauer wird, eine Sophisterei betrieben die auf keine Kuhhaut mehr passt.

Und das alles unter dem Tenor: „ Ich habe die Freiheit zu sagen was ich denke!“

Da wird scheinbar gern in Kauf genommen, dass ein Unsinn nicht wahrer und richtiger  wird,  je öfter und lauter man ihn keifend wiederholt.

Nicht zu vergessen sind die "weisen Exseminaristen", die gelegentlich pfeifen und quacken das einem schwindlig wird. An diese sei einmal die Frage gestellt: Wer hat sie denn ins Seminar gezwungen?

Oder hatte man einfach vergessen, dass im Seminar die Glocken in den Turm und nicht unter das Bett gehören?

Ich will niemandem das Recht auf Freiheit in der persönlichen Meinung beschneiden.

Es sei aber allseits hingenommen, dass ich nicht davon ablasse der Kirche die Treue zu halten.

Diese Freiheit nehme ich mir, auch wenn es manchem  nicht in den zeitgemäßen Kram passt.

Es dürfte den Sachverständigen von eigenen Gnaden auch weiterhin nicht schwerfallen, den Begriff „Freiheit“ ebenso zu zerfleischen, wie z.b. Glaube, Kirche, Papst... usw.

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