Glaubenswelten III

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Von meiner pers. Entwicklung ausgehend muss ich sagen, bevor mir meine HS (Homosexualität) bewusst wurde, war ich schon „fromm“.

Das heißt, bevor ich mich überhaupt „schwul“ nennen konnte war Gott eine manifeste Größe in meinem Leben.

Als ich in der Pubertät entdeckte, dass ich „anders“ war, da waren es nicht die Regeln, Gebote und Verbote des Glaubens in der Formulierung der Kirche die mich in Unruhe versetzten oder störten. (Das tun sie auch heute noch nicht!)

Wem sich bis jetzt noch nicht die Haare sträuben und wer mit den bisherigen Ein- und Auslassungen zum Thema "HS & röm.Kirche" glaubt, ich könne dem ganzen nicht noch eins drauf setzen, der ist jetzt dazu eingeladen mit mir der Frage nachzuspüren:

Blasphemie oder Charisma? Bitte, HIER ist der Link! 

Es war vielmehr die Frage nach dem „Warum“.

Glaubensgespräche führten ebenfalls, zumindest am Anfang, auch nicht weiter. Oft war der eigentlichen Problematik der Satz: "Wenn du heiratest vergeht das von allein!" vorangestellt.  

Aber der pers. Glaube hielt den Druck der Familie, des gesellschaftlichen. Umfeldes und der Kirche aus. Er hat mir geholfen, mich so anzunehmen wie ich bin, und zu werden was ich bin. Ein schwuler Katholik.

Man könnte jetzt die Frage stellen:

Wie soll das in der Katholischen Kirche gehen?

Antwort:

Das geht GUT!

Denn:

Seit zweitausend Jahren tradiert (überliefert) das Christentum das Wort Gottes im Evangelium, ca. fünftausend Jahre davor begann das Volk Israel die Theophanie (Erscheinung Gottes) am Sinai und die göttl. Offenbarung an Moses weiterzugeben. In all der langen Zeit ist eine Frage nicht beantwortet worden:

Warum findet sich der Mensch so vor wie er ist?

Im Credo der Kirche bekennen wir die Allmacht Gottes.

Hat der Menschen dann das Recht diese Allmacht in Frage zu stellen und in menschlicher Vermessenheit es zu wagen, ihm (d.h. Gott) das Recht abzusprechen tun und lassen zu können was er will?

Der Mensch ist in seiner menschlichen Individualität nun einmal ein einzigartiges Geschöpf Gottes, da beißt die Maus keinen Faden ab.

Es ist Gottes Wille, es lehrt uns die Natur, so ist es auch die Lehre der Kirche, dass nur der Verbindung von Mann und Frau, im besten Fall der Ehe, neues Leben entspringt; eine gleichgeschlechtliche Verbindungen ist nicht reproduktionsfähig, ob diese, in welcher Form auch immer, mit der Ehe je gleichzusetzen ist, ist eine andere und  zudem, wie ich meine, völlig unsinnige Frage.

Beide Geschlechter sind auf den Zweck der Fortpflanzung hingeordnet und angelegt.

Jedem Geschlecht für sich liegt eine duchaus genuine, d.h.i.d.S. naturgegebene Veranlagung zur Dualität* inne, deren primitivster Ausdruck der Geschlechtstrieb ist, deren höchste Ausformung die LIEBE ist, die selbstlose Liebe zu einem anderen Menschen, schlichtweg zum  „DU“.

*Dualität: Die im Menschen grundgelegte Veranlagung sich mit einem anderen Menschen zu verbinden, d.h.i.d.S das Verlangen nach Ergänzung (s.KKK-Die Ehe) 

Und nun ist die Frage worauf man  den Akzent setzt.

Auf den Trieb, als Notwendigkeit für den Akt der Zeugung, oder auf die Liebe.

Bei Mann und Frau vereinen sich beide Aspekte im Vollzug der Ehe.

Gott gab uns aber auch die Fähigkeit Lust als Genuss zu empfinden mit in das Leben. Und nun wird es schwierig eine gültige Aussage zu treffen.

Was ist, wenn der Trieb da ist aber die lust- und genussvolle Empfindung, die ja notwendig ist für den liebenden Vollzug mit dem anderen Geschlecht, in der Unfähigkeit den liebenden Akt mit dem anderen Geschlecht zu vollziehen nicht zu Stande kommt oder gar  fehlt?

Was, wenn die Fähigkeit zur LIEBE zwar da, aber die Lust an der liebenden Empfindung auf das gleiche Geschlecht gerichtet ist und nur im Vollzug der Vereinigung mit demselben Erfüllung findet?

Was, wenn dem liebenden Vollzug im Ansatz schon die Möglichkeit zur Fortpflanzung genommen ist?

Soll der Mensch dann nur die Hälfte wert sein?

Hat Gott jetzt gepfuscht?

Wenn die oben als genuin festgestellte Dualität nur auf Fortpflanzung angelegt ist, wie die Kirche lehrt, dann dürfte sie z.b. keine älteren Paare mehr trauen, die durch das Alter keine Möglichkeit mehr haben Kinder zu bekommen. 

Nur der Umstand dass sie es könnten mag für die Beurteilung in bezug auf das Ehesakrament wohl ausreichen, reicht aber objektiv gesehen nicht für die Zustimmung der Kirche zu einer "spätgeschlossenen" Ehe im Hinblick auf die Fortpflanzung und den Fruchtbarkeitcharakter der Ehe, und doch dürfen zwei ältere Menschen heiraten und die Kirche traut sie. (Auch wenn Kinder auf Grund des Alters ausgeschlossen sind.)

Als bibl. Argumente für diese Praxis könnten z.b. Abraham und Sahra (AT), Zacharias und Elisabeth (NT) herhalten. Stimmt! Beide Paare hochbetagt und dennoch mit Kindern gesegnet, denn: ...bei Gott ist kein Ding unmöglich!

- kein Ding unmöglich...

Aber es soll unmöglich sein, dass ein Mann einen Mann liebt?

Da klemmt etwas, und zwar ganz gewaltig!

Denn es heißt im AT (2 Sam 1,26): „Mein Bruder Jonatan! So leid ist mir um dich. Du warst mir gar so hold. Noch wunderbarer war mir deine Liebe, mehr als  Frauenliebe.“ (>>die ganze „Jonatangeschichte“ 1Sam.Kap.18-Kap.21<<)

Und im NT(Joh.11, 35+36) heißt es: „Da weinte Jesus. Und die Juden sagten: „Seht wie lieb er ihn hatte!“

Die Liebe unter Männern steht nicht unbedingt im Widerspruch zu Gott.

Die selbstlose Liebe (unter Männern) mit der primitiven und vulgären  Vergottung des Sexus gleichzusetzen ist ein völlig falscher Ansatz.

Im NT wird nicht die Homosexualität an sich, sondern Fehlformen kritisiert. In Römer 1,27 wird die Sexualität aus reiner Begierde und Genusssucht kritisiert. Die Trennung von Sex und Liebe wird nicht nur bei Schwulen kritisiert.

Die Aussage, "Homosexualität ist Sünde", ist etwas pauschal.

Die Frage ist, was die Bibel genau verurteilt. (z.B. in 2. Samuel 1,26) Johannes lag beim Abendmahl an der Brust Jesus (Joh 13,23).

Welchen Eindruck würde es heute in einer Gemeinde machen, wenn sich ein Mann an die Brust eines anderen kuscheln würde?

Jesus würde heute sicherlich aus dem Gottesdienst geworfen...

Wenn überhaupt, wird in der Bibel höchstens der eigentliche sexuelle Akt kritisiert. Aber auch hier muss einmal genauer hingesehen werden.

Man muss die Textstellen des AT im Kontext des NT sehen.

Hierzu Apg. 15: Frage, welche Teile des Gesetzes den (Heiden-)

Christen auferlegt werden sollen (siehe Vers 5). Antwort: V19-20.

Keine der Stellen im AT über Homosexualität wird im NT explizit aufgehoben.

Es gibt jedoch Stellen im AT mit ähnlichen Formulierungen,

die im NT unter das Gewissen des einzelnen gestellt werden:

In Kolosser 2,16 werden das Sabbatgebot und Speisevorschriften, die im AT mit ähnlichen Worten beschrieben werden wie die Stellen über die Homosexualität, ausdrücklich unter das Gewissen gestellt.

Vergleiche 2. Moses 35,2 mit 3. Moses 20,13 (Strafe)

3. Moses 18,22 mit 3. Moses 11, 10 (Gräuel)

Wenn Homosexualität für Christen tabu ist, dann sind es das Essen von Schweinefleisch und der Sonntagsausflug mit dem Auto ebenso, da im AT nur das zurücklegen geringster Wegstecken am Sabbat erlaubt ist.

Weiterhin richten sich einige Stellen explizit gegen Pädophilie (s. der Begriff: Knabenschänder), die in Griechenland Teil der Kultur war. Aber auch gegen die, in der antiken Welt nicht unübliche Tempelprostitution.

Die Kirche stemmt sich aber nicht ohne Grund gegen die HS. Denn wer weiß es nicht, dass in der Szene die LIEBE zwar gern in aller Munde ist, aber der Sexus doch vorrangig die große Rolle spielt. Mit der wirklichen Liebe, die auch einmal auf den „geilen Sex“, zugunsten des liebevollen Miteinanders verzichten kann, ist es da nicht weit her.

Es ist ein offenes Geheimnis: Die meisten homosexuellen Männer sind von Natur aus promiskuitiv. Wenn diese verantwortungsvoll, und in der Achtung der menschlichen Würde des Anderen und nicht um jeden Preis praktiziert wird, stehe ich nicht dagegen! 

Damit kein Missverständnis aufkommt: 

"Gott schuf den Menschen als sein Abbild" (Gen 1,27) Wer einen anderen in diesem Wissen betrachtet, wird im gewöhnlichen Menschen den außergewöhnlichen finden, weil ihn Strahlen der Herrlichkeit Gottes treffen. Jedes Gesicht trägt Züge des Absoluten. Wäre das zum Allgemeinwissen herangewachsen, dann würden Kriege (pers.Anm.: Diskreminierung, Zweckdenken und Vorurteilsdenken) der Vergangenheit angehören. Denn einen Menschen verletzen, (pers.Anm.:missbrauchen) ihn lieben oder hassen, heißt Gott Gewalt antun, ihn verletzen, ihn lieben oder hassen.                                         nach P. Henri Boulad S.J. 

Mt.19.12 stellt die Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen unbestritten in den Fordergrund. Beim genauen durchlesen stellt man eine Differenzierung fest, die hinterfragt werden muss: „...einige sind von Geburt an zur Ehe unfähig...“

Ist diese Unfähigkeit nun auf einen organischen Defekt zurückzuführen? Als Lehrer und Meister hält Jesus den Jüngern eine Exegese der Tora (Mt19.8). Aber hat die Interpretation einer allgemeinen medizinischen Aussage nicht einen Schönheitsfehler? Wer sich einigermaßen in der jüdischen Religion auskennt, der weiß dass die Auslegung der Tora auf dem Studium der Schrift und der überlieferten Lehren, deren Kommentaren und Auslegungen basiert. Zu behaupten, eine solch, allgemeine Aussage lässt sich aus wahrscheinlichen Untersuchungen ableiten übersieht, dass der Samen, spr. das Sperma an sich, als unrein gilt. Welcher Lehrer, der Toratradition hat das Phänomen des unfruchtbaren Spermas oder die daraus resultierende Unfruchtbarkeit untersucht? Oder hat Jesus nicht vielleicht doch aus einem komplexeren Verständnis des Menschseins heraus  gesprochen, nach welchem der Mensch, als einzigartiges und individuelles Geschöpf Gottes gesehen und verstanden werden muss, welches hier eben unfähig zur Ehe ist, man vergleiche die Aussagen des gesamten Evangeliums in diesem Kontext.

Das Argument, es handele sich bei dieser Stelle ausschließlich um Kastraten scheitert an Dt. 23.2. (Jesus beruft sich in seinen Aussagen auf Moses, s.o.)

Eine moralische Aussage zur HS ist damit aber noch nicht getroffen. Sie wird auch nicht aufgewertet. Es wird lediglich die Überlegung eingeflochten, worüber und wovon man sprechen kann.

Oder den Faden einmal anders gesponnen:

Einer ist mit roten Haaren geboren worden, der andere mit schwarzen. Keiner ist in der Lage, daran etwas zu ändern. Oder man nimmt die Augenfarbe, die Rasse, Schönheit und Wohlgestalt, Intelligenz oder handwerkliches Geschick, usw.

Jeder ist individuell von Gott gestaltet und ausgestattet. Und obwohl der Mensch als Mann und Frau geschaffen wurde, so unterschiedlich es nur eben geht, so hat er sie doch auf Dualität hin geschaffen.

Wer sagt jetzt, dass HS nicht auf Dualität abzielt, abzielen kann? 

 

In nächster Zeit werde ich zusätzliche Texte freischalten, die u.a. HS in der Antike aus religiöser Sicht und  Teile der Moraltheologie behandeln.

 

Der folgende Text zeigt eine andere Art mit dem Thema umzugehen.

Größeren "Käse" habe ich selten gelesen; deshalb und zur Freude des Lesers steht er hier. Viel Spass!   

Homosexualität im Licht der Bibel

J.C.Reumerman (erschienen in „Folge mir nach“ 3/93)

 

Einleitung

Wer in den letzten Jahren die Entwicklungen auf dem Gebiet der Homosexualität ein wenig verfolgt hat, weiß, dass sie sogar in christlichen Kreisen immer mehr als etwas Normales angesehen wird, das man akzeptieren müsse. Sogar in christlichen Zeitschriften wie auch bei großen kirchlichen Veranstaltungen wird sie immer mehr gutgeheißen, und man tritt dafür ein, dass sie gleichberechtigt sei mit der Sexualität in der Ehe. Seit einigen Monaten behaupten bestimmte Wissenschaftler, sie hätten die Verankerung der erblichen Veranlagung für Homosexualität auf den Chromosomen festgestellt (nämlich auf Xq28). Viele Homosexuelle und solche, die für sie einstehen, haben das aufgegriffen und ziehen daraus den Schluß, sie seien also so geboren worden, könnten daher nichts dazu, sondern müßten sich dementsprechend entfalten. Da ist es nötig, klar zu sehen, was Homosexualität eigentlich aus medizinischer Sicht ist, was die Schrift dazu sagt und was man dagegen tun kann.

Was ist Homosexualität?

Bei der Homosexualität handelt es sich um die unnatürliche sexuelle Anziehung einer Person zu einer anderen gleichen Geschlechts und (vielfach) um geschlechtlichen Verkehr zwischen solchen Personen. Für homosexuelle Beziehungen zwischen Frauen wird der Ausdruck „lesbisch" benützt. Besteht nur eine innere Anziehung (Männer - Männer; Frauen - Frauen), wobei es aber nicht zu einer sexuellen Handlung kommt, wird der Ausdruck „Homophilie" (d.h. das Gleichartige lieben) verwendet. Leider werden die beiden Ausdrücke häufig nicht klar unterschieden und daher falsch gebraucht.

Es ist hilfreich, zwischen drei Ebenen von Homosexualität zu differenzieren, die unterschiedlich schwerwiegend zu beurteilen sind:

(1) Latente Homosexualität

(2) Passive Homosexualität

(3) Aktive Homosexualität.

Bei (1) geht es um Personen, die zwar heiraten und Kinder haben können, aber (oft sogar unbewußte) homosexuelle Neigungen zeigen, die in bestimmten Situationen ans Licht kommen.

Bei (2) geht es um Personen, die sich zu homosexuellen Handlungen einladen oder verführen lassen, dabei selbst eine passive Rolle spielen.

Bei (3) geht es um Personen, die andere aktiv zu homosexuellem Geschlechtsverkehr einladen und sogar homosexuelle Vergewaltigung verüben können! Sie finden jeden Gedanken an eine Beziehung zum anderen Geschlecht ekelhaft.

Zwischen diesen drei Ebenen bestehen ganz allmähliche Übergänge.

Was sagt die Schrift über Homosexualität?

Wichtig ist es, zu beachten, dass Gott den Menschen ausdrücklich „männlich und weiblich" schuf (1. Mo 1,27, Fußnote in der Elberfelder Übersetzung) und ihnen den Auftrag gab: „Seid fruchtbar und mehret euch" (V. 28 a) und dass Er Eva zu Adam brachte (1. Mo 2,22). In Vers 24 heißt es dann: „Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und sie werden ein Fleisch sein."

Nach Gottes Wort ist Homosexualität also deutlich eine Abweichung. Später werden wir verschiedene mögliche Ursachen dafür in Betracht ziehen und ebenso Wege aufzeigen, wie geholfen werden kann. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass die Schrift die homosexuelle Praxis eindeutig Sünde nennt und sie strengstens verbietet!

Dazu einige Bibelstellen, die dies belegen. In 3. Mose 18,22-24 heißt es: „Und bei einem Manne sollst du nicht liegen, wie man bei einem Weibe liegt: es ist ein Greuel. Und bei keinem Vieh sollst du liegen [...]; und ein Weib soll sich nicht vor ein Vieh hinstellen, um mit ihm zu schaffen zu haben: es ist eine schändliche Befleckung. Verunreinigt euch nicht durch alles dieses; denn durch alles dieses haben die Nationen sich verunreinigt, die ich vor euch vertreibe." Hier wird homosexuelle Praxis auf eine Stufe gestellt mit sexuellem Kontakt mit Vieh! Letzteres wird eigentlich überall abgelehnt, soviel mir bekannt ist. Warum dann nicht auch homosexuelle Handlungen, die der HERR damit verbunden sieht?

Ebenso werden in 3. Mose 20,10-21 alle möglichen sexuellen Sünden und Perversionen erwähnt, wie Ehebruch in verschiedenen Variationen, sexueller Kontakt mit Tieren, sexueller Kontakt mit einer Frau während ihrer Menstruation, Blutschande. Bei der Aufzählung diese Sünden heißt es dann in Vers 13: „Und wenn ein Mann bei einem Manne liegt, wie man bei einem Weibe liegt, so haben beide einen Greuel verübt; sie sollen gewisslich getötet werden, ihr Blut ist auf ihnen."                                                                                                                

Daraus können wir eindeutig entnehmen, wie schlimm Gott diese Sündefindet!

In 5. Mose 23,17 lesen wir: „Es soll keine Buhlerin sein unter den Töchtern Israels, und es soll kein Buhler sein unter den Söhnen Israels." In der englischen Übersetzung von J.N. Darby steht für „Buhlerin" „prostitute" (= Prostituierte) und für „Buhler" „Sodomite" (= Sodomiter). Der letztgenannte Ausdruck erinnert an die schreckliche Begebenheit, wo die Bewohner Sodoms die Engel, die Lot besuchten, um ihn zu befreien, vergewaltigen wollten! Siehe dazu besonders 1. Mose 19,4.5: „... da umringten die Männer der Stadt, die Männer von Sodom, das Haus, vom Jüngling bis zum Greise, das ganze Volk insgesamt. Und sie riefen Lot und sprachen zu ihm: Wo sind die Männer [...]? Führe sie zu uns heraus, dass wir sie erkennen!" Niemand wird doch wohl behaupten wollen, dass alle diese Männer - jung und alt - als Homosexuelle geboren wurden! Die Stelle in 5. Mose 23 zeigt also, dass Gott „homosexuelle Praxis" auf eine Stufe stellt mit „Prostitution" und beide verbietet.

Wenn jemand unter den Leser(inne)n vielleicht meint, dass Gott diese Dinge in der Zeit des Gesetzes (im Alten Testament) strenger beurteilt hätte als in der Zeit der Gnade (im Neuen Testament), dann findet er in Römer 1 darauf eine klare Antwort. Dort wird der Zustand der Heidenvölker (Nationen), die Gott nicht kennen, beschrieben. In den Versen 18- 25 lesen wir, wie sie sich von Gott ab- und den Götzen zuwandten und in allerlei Sünden verfielen

Dann heißt es aber in Vers 26 und 27: „Deswegen hat Gott sie dahingegeben in schändliche Leidenschaften; denn sowohl ihre Weiber haben den natürlichen Gebrauch in den unnatürlichen verwandelt, als auch gleicherweise die Männer, den natürlichen Gebrauch des Weibes verlassend, in ihrer Wollust zueinander entbrannt sind, indem sie Männer mit Männern Schande trieben und den gebührenden Lohn ihrer Verirrung an sich selbst empfingen." Das Urteil Gottes über homosexuelle Praxis, sowohl männliche als weibliche (lesbische) ist also hier genauso streng wie im Alten Testament!

Das wird auch noch in 1. Korinther 6,9-11 bestätigt.

Die Schrift macht klar, dass jeweils am Ende der verschiedenen Zeitepochen Verfall eintrat, der u.a. durch moralische Sünden, unter die auch die homosexuelle Praxis fällt, gekennzeichnet war (1. Mose 6; 19; Ri 19; Röm 1; 2. Tim 3). Und die Geschichte von verschiedenen damaligen Völkern zeigt Ähnliches. Auf diesem Hintergrund müssen wir die Zunahme der homosexuellen Praxis heutzutage beurteilen. Wir leben jetzt „in den letzten Tagen", und das spüren wir auf jedem Gebiet, besonders aber da, wo es um unerlaubte sexuelle Freiheit geht. Für viele gilt, dass sie mehr das Vergnügen lieben als Gott, dass sie „eine Form der Gottseligkeit haben, deren Kraft aber verleugnen" (2. Tim 3,4.5).

Mögliche Ursachen für Homosexualität

Auf körperlichem Gebiet hat man keine Störungen gefunden, die eine homosexuelle Entwicklung eindeutig erklären. Sogar Befunde, dass bei männlichen Homosexuellen abnorme Konzentrationen von bestimmten Geschlechtshormonen im Blut auftreten, sind nicht schlüssig, da:

1. nicht alle Homosexuellen diese abnormen Blutwerte zeigen;

2. ähnliche Abweichungen auch bei heterosexuellen (= normalen) Männern gefunden werden;

3. Fälle beschrieben werden, wo homosexuelle Personen ihr Verhalten änderten und heterosexuell wurden, ohne eine Änderung in den abweichenden Blutwerten! (Das gleiche gilt auch für gefundene Abweichungen im Hirnumfang.) Als dies vor etwa einem Jahr von Prof. Swaab aus Amsterdam herausgefunden und bekanntgegeben wurde, erntete er sehr viel Kritik, weil seine Befunde homosexuelles Verhalten nicht entschuldigen!

Schon lange wird eifrig nach erblichen Ursachen gesucht - weil die Befürworter einer homosexuellen Daseinsberechtigung dies gerne so möchten -, bis jetzt aber ist nichts gefunden worden, das dies eindeutig bestätigt.

Die schon erwähnte Abweichung am X-Chromosom (nämlich in der Position q28), ist aber meines Wissens im Zusammenhang mit der Homosexualität noch nicht in weiteren Untersuchungen bestätigt worden.

Die Spezialisten (Fachärzte usw.) sind jedoch allgemein überzeugt, dass es sich bei der Homophilie um eine Abweichung in der Persönlichkeitsentwicklung handelt. Dabei spielen besonders psychologische Faktoren eine wichtige Rolle.

Leider fehlt mir jetzt der Platz, um das ausführlich zu beschreiben, deshalb zähle ich kurz nur einige auf:

a) eine dominierende Mutter, sie kann die sich entwickelnde Männlichkeit ihres Sohnes negativ beeinflussen kann;

b) ein schwacher/passiver Vater; sein Sohn kann sich nicht gut mit ihm identifizieren, und seine Tochter verliert durch die Schwachheit ihres Vaters jede Achtung vor Männern im allgemeinen. Dazu bemerkte ein Spezialist: „Ich habe bei männlichen Homosexuellen noch nie eine gute Vater-Sohn-Beziehung gefunden";

c) eine überbeschützende Mutter, durch dieses Verhalten entwickelt der Sohn eine zu innige Beziehung zu ihr. Das ist ein Faktor, der häufig vorkommt;

d) brutale Eltern: dadurch entstehen bei den Kindern krankhafte Gefühle, die die Entwicklung von gesunden heterosexuellen Beziehungen verhindern;

e) schlechte eheliche Beziehungen zwischen den Eltern, dies ruft bei dem Kind den Eindruck hervor, dass eine Ehe frustriert und unglücklich macht;

f) Eltern, die eine Tochter als Sohn erziehen oder einen Sohn als Tochter, das Kind wird bezüglich der eigenen Identität völlig verwirrt. Es sind sogar Fälle beschrieben, wo ein Junge gezwungen wurde. Mädchenkleider zu tragen, weil die Eltern so gern ein Mädchen haben wollten! Man kann sich vorstellen, welche verheerenden Folgen dies auf die Entwicklung der ganzen Persönlichkeit haben muss;

g) Mangel an gesunder sexueller Erziehung, besonders wenn Sexualität streng als Tabu betrachtet wird, hierdurch kann die psychosexuelle Entwicklung gefährdet werden. Oft wird entgegnet, dass Homosexuelle sich doch erinnern müssten, wann sie sich „normal" und wann „homosexuell" fühlten, wenn obengenannte Faktoren gelten würden. Man muss aber bedenken, dass solche Faktoren meistens von frühester Jugend an schon Einfluss ausübten, also bevor das abstrakte Gedächtnis sich entwickelt hatte!

Vollständigkeitshalber seien nochgeistige Faktoren erwähnt, z.B., wenn Menschen sich bewusst von Gott abwenden und nur das tun wollen, was Gott verbietet. Wir haben diese Tendenz schon in Römer 1 gefunden. Es ist bekannt, dass Rauchgiftsüchtige und erst recht solche, die Satan verehren (eine Satanskirche besuchen), sich manchmal in ein gottwidriges Verhalten stürzen. Besonders für solche Personen ist aber eine schlagartige Heilung möglich, wenn sie ihre Sünden und ihre Schuld Gott bekennen und den Herrn Jesus im Glauben annehmen. „Wenn nun der Sohn euch frei machen wird, so werdet ihr wirklich frei sein" (Joh 8,34.36).

Wie kann Homosexuellen geholfen werden?

1. Das allerwichtigste ist, dass das Urteil Gottes über diese Sünde anerkannt und die homosexuelle Praxis sofort unterbunden wird. Wer sich dazu nicht bereit erklärt und nicht tatsächlich alle bestehenden homosexuellen Kontakte unterbindet und dies mit des Herrn Hilfe einhält, dem kann m.E. unmöglich geholfen werden! Schon hier scheitern nach meiner Erfahrung die meisten!

2. Zweitens muss mit ihm/ihr in Gesprächen nach den Faktoren gesucht werden, die möglicherweise bei der Entstehung der Homosexualität eine Rolle gespielt haben.

3. Drittens ist eine einfühlsame und verständnisvolle Begleitung bei jedem weiteren Schritt nötig.

4. Viertens braucht er/sie Unterstützung beim Entwickeln einer gesunden Einstellung zu Sexualität und Ehe.

5. Fünftens muss ein wirksames Programm für die geistliche Entwicklung angeboten werden. Wer noch nicht bekehrt ist, braucht zunächst Hilfe, um zur Buße zu kommen. Das ist eine Voraussetzung für jeden weiteren Fortschritt.

6. Sechstens ist eine positive christliche Umgebung notwendig und Freund(e)/(-innen), die ihnen bei der Entwicklung einer neuen, biblisch-orientierten Einstellung helfen und sie unterstützen.

Weil die homosexuellen Gefühle so tief verwurzelt sind, ist eine Behandlung meistens ein Langzeit-Prozeß. Trotzdem lohnt sich die Mühe!

Ein junger Mann, der von einem Facharzt (später Professor in Sexologie) als „Kernhomophil" (= im innersten Wesen homophil) diagnostiziert wurde, lebte zunächst seine Homosexualität aus, kam aber zum Glauben durch ein christliches Büchlein über Hoffnung für Homosexuelle. Ihm wurde von christlichen Freunden Schritt für Schritt geholfen, er fand eine neue heterosexuelle Identität, heiratete und bekam eigene Kinder. Jetzt ist er Leiter eines christlichen Zentrums, wo Homosexuellen von der Bibel her geholfen wird!

Welch ein Glück, dass der Herr auch für Homosexuelle einen Weg zurück hat zur Heilung.

 

 

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